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Mobile Tierheilpraktikerin Jennifer Hofmann
 

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Das kleine Mähhüh Lady

Heute möchte ich euch eine Geschichte erzählen. Eine Geschichte von einem kleinen weißen Pony namens Lady.
Lady kam von einem Reiterhof in Dutenhofen. Ob es die Pferde da gut hatten oder nicht kann ich nicht beurteilen.
Von dem was ich kenne, würde ich sagen, dass es grade die kleinen gutmütigen Ponys in einem Reitbetrieb nicht grade einfach haben.
Kinder lernen auf ihnen reiten und so muss ein Pony Nerven wie Drahtseil haben und die Gutmütigkeit von Lady hat bestimmt vielen die Ängste vor dem Reiten genommen.
Als Lady zu uns kam war es Winter. Gut sah das kleine Pony aus. Fell wie ein Teddy und die blauen Augen funkelten.
Lady nahm die Jahre drauf immer weiter ab und erst als die Zähne 2013 gemacht wurden und ich sie 2014 zu mir holte und sie auffütterte wurde es stetig besser mit ihr.
Auf dem Weg der Besserung und endlich wieder bei ihrer Herde im Frühjahr entschied sich die Besitzerin Lady in einen anderen Stall zu stellen.
Eine Freundin von ihr stellte dort auch ihr Pferd dort hin und schwor mir sich um das kleine Pony was stetig Zusatzfutter brauchte und dringend immer 24 Std. Heu, da sie eh nicht
super viel kauen und verwerten konnte. "Ja Jenny ich kümmere mich um sie als wäre es mein Pony." Ok, ich konnte ja niemanden zwingen das kleine Pony in seiner Herde stehen zu lassen und nicht alle anderen Mädels im Stich zu lassen, die sich IMMER kümmerten, weil die Besitzerin kein Auto hatte und die Gesundheit es auch nicht gut mit ihr meinte.
Es war ok für mich. Ich hatte das Wort der anderen Pferdebesitzerin und somit ging klein Lady auf ihre Reise.
Monatelang hörte man gar nichts, bis der Zufall so kam wie er sollte. Ich sah Lady auf Bildern und obwohl ich wusste, dass ich selber genug am Hals habe und zeitlich, psychisch und finanziell an der Grenze war, nahm ich Lady damals bei mir auf. Ich kann nicht beschreiben wie sie aussieht. Jeder der es gesehen hat, wunderte sich wohl genauso wie ich, dass das Pony in dem Zustand sich überhaupt noch auf den Beinen halten konnte. Ein Skelett mit Fell und ein bisschen Leben in sich war sie.
Die "Ja Jenny ich kümmere mich um sie als wäre es mein Pony" sahs als Jasmin und ich sie holten in einem Stuhl und stopfte sich Kekse in den eh schon viel zu dicken Körper mit den viel zu kurzen Beinen, wo man jederzeit meint sie brechen durch! So hatte ich mir - und auch Jasmin- die ganze Fahrt nach Buseck eingeredet, dass wir einfach schweigen werden. Nichts wollten wir sagen, weil es so Leute eh nicht kapieren und es sich auch gar nicht lohnt da überhaupt den Atem zu verschwenden.
Lady im Hänger und ab ging es auf die Wiese zu mir.
Es dauerte nicht lange, da war Lady nicht mehr das Pony sondern das Mähhüh „smile“-Emoticon
Versuche Lady mit einer anderen Pferdeoma zu vergesellschaften scheiterten. Lady war nun ein Schaf (oder vielleicht auch ein Alpaka).
Stetig nahm sie zu und wenn die Schafe einem entgegen mähten, wieherte sie mit.
Lady umstellen war gar kein Problem. Schaf an die Leine und man brauchte keine Angst haben, Lady hätte nie ihre Mähleins alleine gelassen.
Toll sah sie nach Monaten mühevollem auffüttern, viel liebe und Zuneigung aus. Uns ging allen ein Herz auf wenn wir sie sahen.
Heute um halb zwölf hat Lady ihren letzten Atemzug gemacht.
Lady ist Tod!
Wir sind zutiefst getroffen und das kleine weiße Mähhüh wird uns fehlen.
Das kleine weiße Mähhüh, was fast verhungert wäre, weil Frau "Ja Jenny ich kümmere mich um sie als wäre es mein Pony" lieber selber gefressen hat als die Pferde zu füttern.
Das kleine weiße Mähhüh, was zwischenzeitlich (natürlich mit Frau "Ja Jenny ich kümmere mich um sie als wäre es mein Pony" geritten wurde als es umgezogen war.
Das kleine weiße Mähhüh, was einfach nur gutmütig war und niemanden Probleme bereiten wollte.
Das kleine weiße Mähhüh konnte jetzt noch ein paar Monate schön Leben. Was hat es doch leiden müssen. Es trifft mich immer wieder wenn ich dran denke wie sie aussah als sie kam.
Natürlich, gehört das Pony jetzt ganz offiziell mir. So ist es doch leider immer wieder der Fall, dass ein Tier abgeschoben wird, wenn es vielleicht in das Alter kommt oder gesundheitliche Probleme hat und nur noch Geld kostet. Auf die kleine Jasmin (witzig, kleines weißes Mähhüh und kleine Jasmin *g*) konnte man sich 100000 % verlassen und so unterstütze sie Ladys Genesung im selben Maße wie ich.
Ich hasse diese Eigenart von mir nicht NEIN sagen zu können. Schamlos wird es ausgenutzt. Klar nimmt die Jenny das Tier. Ich hätte es auch niemals zugelassen, dass sie noch mal in irgendwelche andren Hände gekommen wäre. Genug hat dieses Tier stillschweigend alles hingenommen. Lange genug, musste Lady Hunger leiden!
Tja, so ist das in der heutigen Welt. Wenn etwas nicht funktioniert, wird es abschoben. Irgendwo sind schon Menschen, die sich aufopfern um einem Tier noch ein gutes Leben zu bieten und scheuen weder Kosten noch Mühen um dieses Ziel zu erreichen.
Heute ist ein furchtbarer Tag. Es ist der Tag, wo ich dieses Ziel nicht erreicht habe. Lady war viel zu kurz bei mir und ich hätte das kleine weiße Mähhüh gerne noch viel länger so glücklich und zufrieden in ihrer Herde gesehen. Aber Lady ist nicht mehr da.

Muss ein Tier leiden bevor es Artgerecht behandelt wird?
Muss ein Tier durch viele Hände gehen, bevor es so geliebt wird wie es ist?

Wir Menschen sind einfach furchtbar egoistisch!
So ist es leider selten, dass ein Tier abgegeben wird, weil es nicht passt oder wirklich nicht mehr geht.
Viel eher geht es darum, dass es ungemütlich wird oder Geld kostet.
Was ja auch in Mode ist, sind sogenannte Problempferde. Da stehen die Gäule auf ner Wiese und müssen die Stellen fressen wo sie
abgeäppelt haben, stehen nur in der Box und wenn dann mal der Besitzer kommt, Sattel drauf und los geht's. Tier bring Leistung! Komisch, dass so Tiere verhaltensauffällig werden...
"Aber ich brauche eine Halle, da muss sie dann halt in die Box" oder "Ich kann eh nicht mehr zu meinem Pferd (Tier ist nicht reitbar/krank/etc.)" kotzen mich an!
Wie fühlt man sich eigentlich, wenn man mal drüber nachdenkt, dass das Pferd dauernd die Gitterstäbe anschauen muss oder das man sein altes Tier was einen jahrelang durch die Gegend getragen hat irgenwo bei fremden steht. Oftmals verschenkt, weil dann findet sich immer jemand!

Das kleine Mähhüh Lady hat es geschafft. Es ist über die Regenbogenbrücke gegangen.
Wir werden sie vermissen und sie nie vergessen.

Immerhin hat doch dieses kleine Mähhüh nichts falsch gemacht und trotzdem endete es so wie es jetzt ist.
Sie war kein Problempferd, sie war nett, ruhig, ausgeglichen und völlig unauffällig.

Vielleicht sollte jeder der sich wahrhaftig den ganzen Text durchgelesen hat mal überlegen wo die eigenen Befindlichkeiten über denen des Tieres stehen.

Zu diesem Text muss man sagen, dass sich bestimmt einige angegriffen fühlen würden. Ich werde den Text nicht nochmal durchlesen und genauso wie ich es geschrieben habe, meine ich es auch!
Ich bin weder gegen einen Pferdeverkauf wenn es nicht geht (durfte ich grade erst jemanden kennen lernen, die aber alles richtig macht und das Pferd nicht verscherbelt) noch bin ich der Meinung, dass man hoffnungslose Dinge tun muss, nur um sagen zu können "ich habe alles versucht".
Sollte aber jemand nicht mal die Grundbedürfnisse seines Tieres kennen (egal ob Hase, Hund, Pferd) sollte er sich vielleicht überlegen erstmal kein Tier anzuschaffen.

Kleines weißes Mähüh, komm gut rüber. Du wirst uns sehr fehlen  

26.1.15 10:28

Letzte Einträge: Ibera und die fieße Beule ...., Abschied von Lady, Tierschutz ohne Grenzen - Wie Menschen mit Ahnungslosigkeit mehr Schaden anrichten können als Helfen.

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